2026-08-19
Den ersten Holland-Spider-Man fand ich grauenhaft, hauptsächlich wegen Zendaya (MJ) and Jacob Batalon (dem nerdigen Side-Kick Ned Leeds), so dass ich mir den zweiten Teil sparte. Den dritten Teil sah ich mir an, weil da Tobey mit dabei war. Außerdem, so schien es, wurde da aufgeräumt. Die beiden wurden, Dr. Strange sei Dank, ausgelöscht, bzw. er aus ihrem Gedächtnis entfernt.
Also ging ich voller Zuversicht in diesen neuen Film. Gut, Zendaya war wieder dabei, würde aber, so hoffte ich, keine so große Rolle spielen.
Spielt sie aber doch. Aber, nicht nur störte sie mich nicht, ich fand sie geradezu gut. Dieser jungen Dame haben die letzen paar Jahre Alterungsprozess eher gut getan. (Ich fand sie schon in Odysseuss beinahe gar nicht so schlecht). Und hier beweist sie, dass sie eine gute Schauspielerin ist. Immerhin hat sie die Aufgabe, Peter zu küssen, allerdings nicht freiwilling, sondern weil ihr Geist gerade von Jean Grey eingenommen ist, und dann, als sie seine Identität errät, und er ihr seine Liebe gesteht, ihm zu eröffnen, dass sie umgekehrt ihn nicht liebe, aber so, dass ihm dennoch ein Rest von Hoffnung bleiben muss.
Es gibt viel, viel Action. Der Punisher ist dabei (und er, der wüste Leutetotschießer killt beinahe Spider-Man) und Scorpion. Und der nun wirklich von jederman, außer Spider-Man, sofort als Oberschurke zu erkennende Chef des Department of Damage Control. Und Mark Ruffalo als Hulk ist auch dabei. Und die neue Schwarze Witwe, Florence Pugh, die Peter in ihrem Büro in einem Bad empfängt. Seine Anonymität ist hin, denn sie sieht seinen Bauchnabel. Er, Spider-Man sei für die kleinen, die Avengers für die großen Kartoffeln zuständig.
Tom Holland spielt auch gut, wirkt aber schon jetzt fast zu alt. Was natürlich an den Sorgen liegt. So ist das, wenn man seine große Liebe um der Welt willen aufgeben muss. Das stört den Hormonhaushalt und das Spinnennetz spritzt darum jetzt, wie bei Andrew, aus den Handgelenken.
Die Geschichte von Jean, die natürlich später ein X-Girl wird, ist sehr gut. Predictable, aber sehr gut. Was ich nicht kommen sah, mich aber beinahe zu Tränen gerührt hat, ist, dass die tote Tante May (deren Grab Peter mit ein paar Blümchen immer wieder besucht - und die, ein Novum, lesbare Geburts- und Todesjahre auf ihrem Grabstein hat) den Tag retten muss.
Am Ende gab es Applaus des Publikums. Habe ich auch lange nicht erlebt.
Cinnemaxx, 9/10
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