Liedzeit

Dem Andenken eines Engels

2026-05-13

Und schon wieder Teodor Currentzis. Diesmal präsentiert er das Vionlinkonzert Dem Andenken eines Engels mit Vilde Frang von Alban Berg und Mahlers erste Sinfonie.

Zwölftonmusik, aber dafür beinahe schon zugänglich. Habe ich sehr tapfer überstanden. Und nach der Pause zur Belohnung: Mahler. Diesmal war ich aber nicht mit der besten Ehefrau von Allen im Konzert (die eine Radtour zu machen vorzog), sondern mit F., dem Pubquiz-Kumpel, und dadurch wurde es ein ganz anderes Hörerlebnis. Denn der hat Ahnung von Musik. Mit dem Mann, der die Texte im Programmheft geschrieben hat, habe er zusammen studiert, erwähnt er. Und gegen Currentzis, den er nicht kannte, habe er eine Abneigung, wegen des Hypes. Wer wäre völlig befreit von dem Gedanken, was alle toll finden, kann nichts taugen. Ich jedenfalls nicht.

Ich spürte, wie er litt. Und das übertrug sich auf einen leicht zu beeinflussenden Menschen wie mich natürlich. Der Berg sei interessant sagte, er, sich dann sogar zu spannend hoch handeln lassend (als wir in der Pause begeisterte Freunde trafen).

Die Musiker stehen auf. Das steht so nicht in der Partitur. Currentzis stampft auf den Boden. Soll auch nicht sein. Der hat jedenfalls seine Leute total im Griff, sagte ich. Ja, die ziehen alle an einem Strang. Er könne, sagte er, nachvollziehen, warum die Leute so hingerissen sind. Ich fand den Mahler zu lang. Die letzten fünfzehn Minuten denkt man, dass das Stück in den nächsten dreißig Sekunden vorbei ist. Das hätte ich schön „herausgearbeitet“. Hätte Mahler später besser gemacht.

Also, ist Currentzis der André Rieu der Dirigenten? Ich habe mir eben Bernsteins Fassung angehört, und jetzt Christoph Eschenbach. Vielleicht liegt es an den Wiederholungen, bestimmt sogar, aber Eschenbach gefällt mir am besten.

Elbphilharmonie


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