Liedzeit

Werckmeister

2026-03-10

Neulich durfte Christoph Waltz im Criterion Closet seine Lieblingsfilme herauspicken. Wie fast jeder wählte er Jacques Tati, aber das nur nebenbei. Seine zweite Wahl war Werckmeister Harmonies von Béla Tarr und der sei, sagte er, gerade von uns gegangen. Hatte ich nicht mitbekommen.

Werckmeister taucht oft in den Listen der besten Filme auf, so bei Scaruffi, und ich dachte, dass sollte Anlass für mich sein, diesem Film eine Chance zu geben. Und tatsächlich fand ich eine russische Seite, wo der Film zu sehen ist.

Ein junger Mann, Lars Rudolph, dirigiert in einer Kneipe ein paar alte Männer so, dass sie Sonne, Erde und Mond darstellen. Schon mal etwas surreal. Er trägt ansonsten Zeitungen aus. In dem Ort fährt ein Riesenlaster mit Wal ein, und ich gebe zu, die Szene ist ziemlich cool. Er sieht sich den Wal an, und möchte auch andere dazu bringen, das zu tun, die anderen wollen aber nicht. Neben dem Wal gibt es auch einen „Prince“ als Attraktion. Aber was es mit dem auf sich hat, habe ich nicht verstanden. So wie ich eigentlich gar nichts verstanden habe. Alle sehen ziemlich heruntergekommen aus. Wann spielt das eigentlich? 50er? Nein. Heute? Der Film ist aus dem Jahre 2000. Vielleicht. Die Hauptfigur neben Lars, ist offenbar ein Intellektueller. Wir sehen ihn, wie er musiktheoretische Überlegungen in ein Mikrophon hineinspricht. Das, was der Werckmeister eingeführt habe, sei eine Fehlentwicklung und man solle zu Pythagoras zurückkehren. (Glaube ich.) Es kommt zu einem Aufstand, weil alles im Niedergang ist. (Glaube ich.) Und dann sieht man einen alten nackten Mann. Was die Schlüsselszene zu sein scheint. Was das bedeuten soll, weiß ich nicht. Lars endet im Krankenhaus. Oder Klapsmühle? Der Musikwissenschaftler besucht ihn aber.

Ein oder zwei Ebenen über meinem Fassungsvermögen, aber irgendwie doch sehr schön.

7/10


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