Liedzeit

Oscars 2022

2022-03-28

Oscars nach der Pandemie. Nicht ganz. Zwischendurch wurden einige der Anwesenden von Regina Hall auf die Bühne zum Covid-Test geholt, darunter unser Timothee. Will Smith weigerte sich. Ein humorloser Mensch. Und dazu bösartig, aber dazu später mehr.

Besonders lustig war das nicht. Amy Schumer war noch die talentierteste der drei Damen, die durch die Show führten. Weil, klar, drei Frauen billiger als ein Mann seien. Leider sind ja auch drei Frauen nicht so komisch wie ein Mann. Uups. Imnmerhin, Hall (glaube ich) meinte sie hätte Power of the Dog schon drei Mal gesehen. Und sei nun “half way thru”. Kann ich von mir nicht behaupten.

Was ist komisch? Jedenfalls nicht, wenn man wie Amy, die anwesenden Paare aufzählt und darunter Jake und Maggie Gyllenhaal nennt, damit immerhin inzestuöse Beziehung insinuierend. Jake fiel auch die Kinnlade runter. Er riss sich zusammen und stürmte nicht auf die Bühne, um Frau Schumer zu ohrfeigen. Anders als... aber dazu später mehr.

Die erste Stunde oder so verging aber ganz flott, besonders mit einem sehr schönen Zusammenschnitt anlässlich 60 Jahren Bond. Wie man es nicht macht, kam nachher mit 50 Jahre Godfather, das zwar Coppola, de Niro und Pacino auf die Bühne brachte, sonst aber erstaunlich lieblos war.

Die zweite Hälfte war völlig zerfahren, In Memoriam mit Hausfrauen-Tanzeinlage (D.s Urteil), peinlich. Samuel L. Jacksons Ehrenoscar wurde offline verliehen. Absurd. Und die Technik-Preise zum Teil reingeschnitten. So geht das nicht.

Und die Filme? Coda also, habe ich leider nicht gesehen, denn gerade als mir danach war, kam mir mein Apple TV+ Account abhanden. Power doof, Dune doof, Belfast doof, West ging so. Am ehesten würdig gewesen wäre Don’t look up. Dass der nichts gewann ist schon traurig, dass aber das mit großem Abstand beste Lied, nämlich Just look up nicht mal nominiert war, wäre der größte Skandal gewesen, wenn nicht..., aber dazu später mehr.

Billie hat mit ihrer Bond-Song-Parodie gewonnen. Na gut. (Und Hans Schlimmer gewinnt für seinen zusammengezimmerten Mist natürlich auch)

Von den Presentern hat mir Woody gut gefallen. Auch Kenneth. Und Anthony, und Troy Kotsur und am allerbesten Kevin Costner. Der hat das Kunststück fertiggebracht, ohne Witz, dafür mit Würde, zu präsentieren. Lauter alte weiße Männer.

Dann also der Jane 2-Scherz von Chris Rock. Auch nicht umwerfend witzig. Aber Will lächelt amüsiert. Nicht aber seine Frau. Und so greift er zum Mittel der Gewalt. Habe ich für inszeniert gehalten zunächst, aber als er dann noch ein wütendes "fucking" einflechtet in seiner Entgegnung ist klar, dass er von allen guten Geistern verlassen, bzw. vom Teufel besessen ist, wie er selbst, als er den Oscar entgegennimmt, einräumt.

Und nun stelle man sich also vor, John Travolta hätte Herrn Rock gehauen, oder Jake Amy. Und dann bei der Academy entschuldigt, nicht aber bei Rock/Amy. Wenn es noch einen Funken Gerechtigkeit gibt, wird ihm der Oscar aberkannt. Wegen doppelt unwürdigen Verhaltens.


Kommentare

Das sind mal prima Titel jedenfalls. (Liedzeit, 2022-05-11)
Wenn Du die Lücke stopfen willst, dann vielleicht hiermit: https://en.wikipedia.org/wiki/X_(Klaus_Schulze_album) Steht zumindest bei mir im Regal und höre ich tatsächlich gelegentlich gerne rein. (J. aus B., 2022-05-09)
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